Wir von LatinTravels reisen regelmäßig nach Lateinamerika, um neue Touren zu testen, neue Destinationen kennenzulernen und Hotels persönlich zu prüfen, bevor wir sie unseren Kunden empfehlen. Kolumbien gehört dabei seit vielen Jahren zu den Ländern, die wir immer wieder bereisen.
Auch diese Inforeise hatte genau dieses Ziel. Über einen Zeitraum von 3,5 Wochen war ich im Namen von LatinTravels in verschiedenen Regionen Kolumbiens unterwegs – teilweise an Orten, die ich bereits kannte, dieses Mal jedoch mit einem neuen Fokus: neue Touren, neue Unterkünfte und alternative Erlebnisse. Gleichzeitig standen auch Destinationen auf dem Programm, die ich bislang noch nicht persönlich bereist hatte.
Organisiert wurde die Reise von unserer langjährigen und sehr kompetenten Partneragentur aus Bogotá, mit der wir seit vielen Jahren eng zusammenarbeiten. Wie bei all unseren Inforeisen ging es auch hier nicht darum, möglichst viel zu sehen, sondern bewusst zu erleben, kritisch zu prüfen und daraus fundierte Empfehlungen für unsere Kunden abzuleiten.

Die Reiseroute durch Kolumbien
Kolumbien ist ein Land der Kontraste – und genau das hat diese Reise einmal mehr gezeigt. Innerhalb weniger Wochen wechselten sich Großstadt und Abgeschiedenheit, Karibik und Hochland, Wüste und Regenwald ab. Jede Region fühlte sich anders an, jede hatte ihren eigenen Rhythmus.
Unsere Route führte uns von Bogotá über die Karibikinseln San Andrés und Providencia, weiter in die entspannte Welt von Cauca Viejo, in die grüne Kaffeezone rund um Manizales und Armenia, bis in die raue Schönheit der Tatacoa-Wüste und schließlich nach La Macarena mit dem einzigartigen Caño Cristales.
Karibik, aber anders: Providencia & San Andrés
Die Karibik zeigte sich auf dieser Reise von zwei sehr unterschiedlichen Seiten.
Providencia hat mich sofort entschleunigt. Beim Cruisen mit dem Buggy über die Insel, vorbei an kleinen bunten Häusern, üppigem Grün und immer wieder Blicken auf das türkisfarbene Meer, stellt sich dieses Gefühl ein, das man nicht planen kann: Hier ist die Welt noch in Ordnung.
Das Schnorcheln in den klaren Gewässern rund um die Insel war ein unvergessliches Erlebnis – kaum Boote, kaum Menschen, dafür Natur pur. Providencia ist nichts für Eilige, aber genau das macht ihren Zauber aus.
San Andrés hingegen ist lebendiger, lauter und deutlich touristischer. Für klassische Strandtage durchaus angenehm, für unsere Kunden, die authentische Erlebnisse suchen, jedoch weniger geeignet. Dieser direkte Vergleich war für uns besonders wertvoll.

Menschenleere Strände, weißer Sand und türkisblaues Wasser – karibischer Traum auf Providencia.
Cauca Viejo – Ankommen, Durchatmen, Bleiben
Cauca Viejo hat mich überrascht. Mehr, als ich erwartet hätte.
Obwohl es sich um ein künstlich erschaffenes Dorf handelt, wirkt hier nichts aufgesetzt. Die Farben, die Architektur, die Ruhe – alles fügt sich stimmig zusammen. Es ist ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird.
Gerade nach intensiven Reisetagen ist Cauca Viejo perfekt, um einfach einmal nichts zu tun, am Pool zu sitzen, ein Buch zu lesen und das Leben zu genießen.

Typisch kolonialer Baustil in Cauca Viejo

Cauca Viejo ist der perfekte Ort, um während einer erlebnisreichen Kolumbienreise einen Tag lang zur Ruhe zu kommen.
Kaffeezone: Natur, Tradition & echte Begegnungen
Die Kaffeezone gehört zu den Regionen, die ich bereits von vorherigen Kolumbien Reisen kannte – und trotzdem habe ich sie auf dieser Reise ganz neu erlebt.
Ein ganz besonderes Highlight war der Reitausflug mit Maultieren (Mulas) bei La Juana. Durch dichten Urwald, begleitet von unserem charismatischen Guide Haido, der mit beeindruckender Selbstverständlichkeit den Weg freischlug. Die Mulas sind ruhig, sicher und hervorragend trainiert – selbst ohne Reiterfahrung fühlt man sich jederzeit gut aufgehoben.
Zwischendurch ein Halt auf einem kleinen Dorfcafé, das seinen eigenen Kaffee produziert, Gespräche über Anbau und Zubereitung, später ein traditionelles Mittagessen, in Bananenblätter gewickelt – genau diese Momente machen eine Kolumbien Reise authentisch und so besonders.
In der Nähe von Salento besuchten wir ein Wachspalmental abseits des bekannten Cocora-Tals. Auf fast 3.000 Metern Höhe waren wir nahezu allein, umgeben von unzähligen, in den Himmel ragenden Palmen. Still, weit, beeindruckend.
Auch die Kakaotour war ein Erlebnis, das ich wärmstens empfehlen kann: vom Kakaobaum bis zur fertigen Schokolade – inklusive einer Maske aus 100 % Kakao zum Abschluss.

Die Wachspalme wächst bis zu 90 Meter hoch,ist Kolumbiens Nationalbaum und stark geschützt.

Nach der Kakaotour durften wir unseren selbst hergestellten 100%ig puren Kakao als Maske verwenden und danach

wurde Schokolade zum Trinken serviert.
Nido el Cóndor – ein Ort, der bleibt
Das Nido el Cóndor ist kein Hotel, das man einfach besucht – es ist ein Ort, den man erlebt.
Schon die Anreise mit der hoteleigenen Gondel über das Tal ist spektakulär. Oben angekommen eröffnet sich eine Welt aus Weite, Stille und Natur.
Von meiner Zeltterrasse aus blickte ich direkt in eine Schlucht, während Kondore lautlos ihre Kreise zogen. Die Wanderung zum Kondornest, die Nähe zur Natur, das herausragende Essen – all das macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem. Für mich eines der eindrucksvollsten Erlebnisse der gesamten Reise.

Atemberaubend liegt die Unterkunft hoch oben an einem steilen Berghang, direkt am Rand einer tiefen Schlucht.
Tatacoa-Wüste – Farben, Sterne und Herzlichkeit
Die Tatacoa-Wüste ist rau, still und gleichzeitig voller Leben. Im roten Teil der Wüste haben wir ausgedehnte Wanderungen unternommen. Besonders mit dem Licht des späten Nachmittags wirkt das Rot der Wüste noch intensiver und verleiht der Landschaft eine fast magische Tiefe.
Am Abend, unter einem klaren Sternenhimmel, lernten wir in einem Observatorium mehr über Sterne und Galaxien. Besonders berührt haben mich in dieser Region Kolumbiens die Begegnungen mit den Menschen – offen, herzlich und stolz auf ihre Region.

Faszinierende bizarre Landschaften in der Tatacoa Wüste, eine uralte, durch Erosion geformte Trockensavannenlandschaft mit wüstenähnlichem Charakter.
La Macarena & Caño Cristales – Natur in ihrer schönsten Form
Caño Cristales ist ein Ort, der sich kaum beschreiben lässt. Während der Blütezeit verwandeln die Macarenia-clavigera-Pflanzen den Fluss in ein leuchtendes Farbenspiel aus Rot, Grün und Gelb.
Wir waren viel zu Fuß unterwegs, oft fernab anderer Besucher, und begegneten immer wieder Affen in freier Natur. Diese Mischung aus Bewegung, Natur und Stille macht La Macarena zu einem der eindrucksvollsten Naturerlebnisse Kolumbiens.

Farbige Naturpools im Caño Cristales.

Caño Cristales aus der Vogelperspektive – der Fluss schlängelt sich durch die unberührte Landschaft der Serranía de la Macarena.
Bogotá – Geschichten, Menschen und gelebte Kultur
In Bogotá haben wir bewusst nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten besucht. Die Breaking-Borders-Tour führte uns in das Viertel Egipto und konfrontierte uns mit Geschichten, die unter die Haut gehen.
Ehemalige Bandenmitglieder erzählten offen von ihrer Vergangenheit, von Perspektivlosigkeit, Gewalt und dem Weg zurück ins Leben. Diese Tour war intensiv, emotional und unglaublich wichtig – sie zeigt Bogotá so, wie es sonst kaum sichtbar ist.
Ein weiteres Highlight in Bogotá war ein sehr kolumbianischer Abend mit den Kollegen unserer Partneragentur: gemeinsam Tejo spielen.
Tejo ist ein traditionelles Wurfspiel, bei dem schwere Metallscheiben auf ein Ziel aus einer festen, knetartigen Masse geworfen werden, in dem kleine mit Schwarzpulver gefüllte Päckchen stecken. Trifft man sie, gibt es einen lauten Knall – und entsprechend viel Jubel.
Gespielt wird Tejo in speziellen Hallen, meist begleitet von Bier, Gelächter und guter Stimmung. Für uns war das eine wunderbar lockere Art, Zeit miteinander zu verbringen – und ganz nebenbei ein Stück echte kolumbianische Alltagskultur kennenzulernen.

Tejo Spiel - typisch kolumbianisch, gesellig und macht in sehr viel Spaß!
Fazit: Warum Kolumbien begeistert
Diese Inforeise hat meine Begeisterung für Kolumbien noch einmal bestätigt. Das Land bietet eine enorme Vielfalt an Landschaften, Begegnungen und Erlebnissen – und genau diese Vielfalt macht Kolumbien so besonders.
Ob als kompakte Reise mit Fokus auf eine Region oder als umfangreichere Route durch verschiedene Landesteile: Kolumbien lässt sich sehr unterschiedlich erleben und individuell gestalten. Für mich ist es ein Land, das immer wieder überrascht und das wir unseren Kunden mit voller Überzeugung empfehlen.
Sina Pihaule
